Mit seinem Weltrekord im Siebenkampf hievt sich der Appenzeller in einen exklusiven Zirkel Schweizer Weltrekordhalter. Die Goldmedaille ist bereits seine zweite an Hallen-Weltmeisterschaften nach 2024 in Glasgow. Von seinem Trainerstaff rund um René Wyler optimal auf den Wettkampf vorbereitet, wusste der 26-Jährige im polnischen Torun von A bis Z zu überzeugen.
Was für eine Leistung von Simon Ehammer! Und dass sie quasi mit Ansage kam, macht sie nur noch spezieller. Schon im Vorfeld wusste man, dass der Sieg im Hallen-Siebenkampf wohl nur über Ehammer führen würde. Denn die Vorbereitung war überzeugend. Und das wusste auch der Mann aus Gais, der unter den Fittichen von René Wyler (Gesamtverantwortung), Yves Zellweger (Weitsprung), Roman Wagner (Stabhochsprung) und Karl Wyler (Wettkampf) trainiert. Entsprechend klar war auch seine Zielsetzung. Nichts anderes als Gold und die Verbesserung des Europarekordes sollten es sein. Und von der ersten Disziplin an lieferte er. Über 60 Meter stellte Ehammer mit 6,69 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung auf. Die Führung wusste er in seiner Paradedisziplin Weitsprung zu zementieren. Dort sprang auf er 8,15 m. Nach einem soliden Kugelstossen überquerte der Schweizer Leichtathlet des Jahres 2025 im Hochsprung 2,02 m und schloss Tag 1 an erster Stelle liegend ab.
Was zum Start in den zweiten Wettkampftag folgte, war eine Machtdemonstration. Er stellte über 60 m Hürden einen Hallen-Weltrekord im Rahmen eines Siebenkampfes auf. Die 7,52 Sekunden hätten selbst bei den Spezialisten für den Finaleinzug gereicht. Dass er sich auch im Stabhochsprung auf enorm hohem Niveau etabliert hat, bewiesen die 5,30 m. Zwar musste er dreimal zittern, überquerte erst im dritten und letzten Versuch jeweils die Latte, doch die Höhe reichte auch in dieser Disziplin zum Sieg. Mit der Punktzahl von 5808 vor dem abschliessenden 1000 m Lauf war klar, was Ehammer laufen musste, um sich den Weltrekord von Aston Eaton aus dem Jahr 2012 zu sichern. Und das schaffte er souverän!
Im Ziel kannte die Freude keine Grenzen mehr. Unter den Augen seiner Gattin Tatjana und der Familie feierte er seinen bis dato wohl bedeutendsten Erfolg. Er darf sich nun neben Doppelweltmeister auch Weltrekordhalter nennen – eine Parforce-Leistung, die in der Schweizer Sportgeschichte seinesgleichen sucht. In der Appenzellerland Sportschule, wo Ehammer sein Trainingsdomizil hat, dürften die Korken knallen.
Mit dem Abschluss der Hallensaison endet damit die erste Saisonphase mit dem bestmöglichen Resultat. Wettkampfmässig geht es für den 26-jährigen Modellathleten Ende April weiter, wenn in Brescia der erste Zehnkampf der Saison ansteht. Man darf gespannt sein, ob er seine starke Form konservieren kann bis dahin. Sein Umfeld wird alles daran setzen, dass dem so ist.
(Fotos: Athletix.ch)



